Vergiß Photoshop!

Hier ist ein heißer Tipp für bessere Ergebnisse in Deinen Fotoshootings: Vergiß Photoshop!
Hast Du Photoshop im Hinterkopf, wirst Du nachlässig. Unaufmerksam. Schludrig. Du machst Fehler, die nicht notwendig sind und die dann oft doch nicht mehr zu korrigieren sind oder Dich viel, viel Zeit kosten.
Deshalb gewöhn Dir den Satz “das kann ich nachher in Photoshop machen” am besten gleich ganz ab (wenn Du natülich ständig für Montagen fotografierst, ist das was anderes).
Meistens ist es am Ende sowieso viel aufwendiger, es “in Photoshop zu machen”, als Du bei aussprechen des Satzes gedacht hast.
Betrachte Photoshop besser als Instrument, tolle Fotos großartig zu machen, nicht als eines um Fotos zu “retten”.
Gemeint ist damit eine Grundeinstellung – keine Regel ohne Ausnahme.

MiGel_BeautyEs gibt auch etliche Dinge, die Photoshop sowieso nicht kann, z.B.:

  • ein unscharfes Foto retten

Zwar gibt es “Scharfzeichnungswerkzeuge” in Photoshop, die erhöhen aber nur den Kantenkontrast, wodurch etwas auf unser Gehirn schärfer wirkt. Das funktioniert aber (begrenzt) nur bei etwas “weichen” Fotos, nicht bei Verwacklungen oder fehlerhaftem Fokus. Algorithmen, die Verwacklungen herausrechnen sollen sind meistens wenig effektiv.

  • Perspektive

Mal im ernst: Hast Du falsch gestanden (gelegen, gesessen…) kann Photoshop das nicht ändern. Dein Blickwinkel macht sehr viel aus, ist ein entscheidender Bestandteil Deines Stils und Deiner Interpretation einer Szene. Also solltest Du Dir rechtzeitig, also beim Shooting, Gedanken darüber machen bzw. Deinen Bauch entscheiden lassen.

  • AuMiGel_Fashionsdruck

Wenn Du Menschen fotografierst, prägen sie Dein Bild. Punkt. Dabei ist es noch nicht einmal so relevant, ob es eine Aktaufnahme ist, ein Portrait, ein Modebild oder eine Reportagearbeit. Der Mensch in Deinem Bild prägt es sehr stark. Wir Homo Sapiens sind sehr, sehr gut darauf trainiert, nonverbales zu lesen. Mimik und Körpersprache lesen wir instinktiv. Zugegeben, der eine besser, der andere schlechter und gute Portraitfotografen wohl besser als manch anderer. Dennoch: Ist der Ausdruck / die Mimik komisch, fällt uns das auf. Verändert das Bild. Photoshop kann Pixel verschieben und Linien verzerren, Falten verschwinden lassen und so weiter. Aber einenen Ausdruck glaubhaft zu verändern? Sehr schwer bis unmöglich.
Es gibt mehr als 50 Gesichtsmuskeln. Es so aussehen zu lassen, als wären andere am Werk als es tatsächlich sind…. Du weißt schon.

Ja, Photoshop kann viel, jeder Profi benutzt es und manchmal ist es ein Segen, es zu haben. Du solltest es aber nicht zum Zug kommen lassen, bevor es dran ist. Die Bildbearbeitung macht man NACH dem Shooting, deshalb rate ich dazu es aus dem Shooting – und damit vor allem dem Kopf – raus zu lassen. Die Bilder werden besser dadurch. Wetten?

MiGel_Lifestyle

Über 

Professioneller Fashion- & Beauty-Fotograf mit und aus Leidenschaft.

Ebenfalls aus Herzblut: Dozent, Autor.

Wurde nicht mit einer Kamera geboren, sie ist inzwischen aber angewachsen.

Hat einen "(Blitz)Lichtfetisch". Umfangreiches Technik- & Fotowissen.
Kann trotzdem brauchbare Fotos machen.

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