Tipp: Kennt Euer Motiv

Über die letzten Jahre habe ich schon viele, viele große und kleine Tipps gegeben. Im Buch, zu Photoshop, für Modelle, für absolute Einsteiger oder zum Umgebungslicht im Studio.
Nun aber fragt Michael Kirchner nach meinem “besten Foto-Tipp” und dotiert das auch noch mit richtig klasse Preisen. Und neu muß er sein. Also muß ich erneut in meinen Hirwindungen graben, um einen zu finden, den ich nicht schon gegeben habe. Ich kam auf einen, der eigentlich total simpel klingt, aber tagtäglich ausser Acht gelassen wird – wohl, weil man sich entweder gar nicht richtig bewußt ist, was er bedeutet oder weil es “zu viel Arbeit” ist.

Das folgende hilft Euch

  • Euch gezielt Inspiration zu beschaffen
  • Modelle für die Shootings zu suchen
  • Modelle für die Shootings zu gewinnen
  • Locations und Requisiten auszuwählen
  • mit mehr Sicherheit an das Shooting heranzugehen
  • den eigenen Stil (weiter) zu entwickeln
  • und letztendlich bessere Bilder zu machen.

Und darum geht’s doch, oder? 😉

Ich fasse es zusammen unter “KENNT EUER MOTIV“, obwohl’s eigentlich etwas vielschichtiger ist.

Das kann man aufteilen in mindestens zwei Aspekte.

1. Kennt das Sujet/den “Aufnahmebereich”.

Portrait - trotz Kleidung! ;)

Portrait – trotz Kleidung! 😉

Mode-Aufnahme

Mode-Aufnahme

 

Was soll fotografiert werden? Damit hängt auch zusammen: wie?
Das lässt sich nicht so einfach beantworten wie mit “Menschen”. Die Frage ist: Sollen es Portraits sein? Körperlandschaften? Modeaufnahmen? Lifestyle? Sinnliche Dessousbilder?
Die Frage ist deshalb entscheidend, weil unterschiedliche Sujets unterschiedliche Anforderungen an die Herangehensweise, die Technik, das Modell usw. stellen.

So sind beispielsweise Portraits etwas sehr persönliches, es geht um den Charakter, die Eigenart der fotografierten Person. Der Bildausschnitt ist dafür nicht entscheidend, auch ein Ganzkörperbild kann ein Portrait sein! Im Gegensatz dazu sind Modeaufnahmen etwas kommerzielles, hier geht es um die Kleidung, die in den Mittelpunkt des Interesses gestellt, verkauft (ob nun wortwörtlich oder metaphorisch) werden soll. Nicht jedes Bild von einem bekleideten Modell ist eine Modeaufnahme! Da kommt es auch auf die Zusammenstellung des Outfits an, auf die Pose, das Licht – alles ist darauf ausgerichtet, das Kleidungsstück interessant wirken zu lassen. Beim Portrait hingegen ist das Kleidungsstück “auch mit drauf”, bekommt aber keine erhöhte Aufmerksamkeit.

2. Kennt Euer Ziel.

Drama Mode Dressbook Mode

 

Keine Angst, damit meine ich gar nicht zwangsläufig, dass Ihr schon das fertige Bild im Kopf haben müsst. Aber Ihr solltet wissen, in welche Richtung Ihr wollt.
Soll die Aufnahme natürlich wirken oder eher inszeniert?
Wollt Ihr Dramatik oder fröhliche Leichtigkeit als Grundstimmung?
Soll das Bild eher experimentell oder klassisch werden – sprich: wollt Ihr Euch eher an bewährte Stilmittel halten oder mit Ungewöhnlichem ein Risiko eingehen?

Ihr merkt, da steckt eine Menge dahinter. Natürlich muß man diese und ähnliche Fragen nicht alle kleinlichst beantworten, aber eine Beschäftigung mit solchen Fragen ist eine sehr gute Vorbereitung – und die ist für das Endergebnis nicht zu unterschätzen!

 

Über 

Professioneller Fashion- & Beauty-Fotograf mit und aus Leidenschaft.

Ebenfalls aus Herzblut: Dozent, Autor.

Wurde nicht mit einer Kamera geboren, sie ist inzwischen aber angewachsen.

Hat einen "(Blitz)Lichtfetisch". Umfangreiches Technik- & Fotowissen.
Kann trotzdem brauchbare Fotos machen.

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