Lagerfeld, der Urheber

Donnerstag sah ich durch Zufall eine Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ja, ich war gerade bei meinen Eltern zu Besuch, da kommt sowas vor. Sehr interessant, ein langes Interiew von Markus […]

Donnerstag sah ich durch Zufall eine Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ja, ich war gerade bei meinen Eltern zu Besuch, da kommt sowas vor.
Sehr interessant, ein langes Interiew von Markus Lanz mit Karl Lagerfeld. Sehr faszinierender Mann, ich würde einiges geben, um auch mal ihm zu sprechen (ich meine nicht Lanz).

Der Grund für diesen Artikel ist aber eigentlich ein anderer.
Gegen Ende der Sendung bat Lanz darum, von Herrn Lagerfeld ein Bild machen zu dürfen. Andersrum sollte auch dieser Lanz fotografieren.
Zur Auswahl standen ein iPad und eine (meiner Meinung nach) Leica S2, Lagerfeld griff zum iPad. Nach einigen Posinganweisungen hatte der Designer das erste Bild (im “total verstellten”) Gerät. Dankenswerterweise wurde es auch gleich groß eingeblendet. Natürlich nicht so, wie man es grade kurz auf dem Pad sehen konnte, sondern bereits aufwendig in schwarz-weiß gewandelt und nachgearbeitet.
Nun kommt das eigentlich interessante: Bei der Einblendung stand gut sichtbar am Rand: © Karl Lagerfeld.
Als Lanz ein Portrait vom Meister machte (er nahm die Leica), stand auf der Einblendung des ebenso bearbeiteten Bildes: © Markus Lanz.

Was daran so besonders ist? Eigentlich nichts, denn die Nennung des Urhebers ist im deutschen Gesetz verankert und völlig normal.
Normal? Nein, leider nicht. Gerade dank des neuen Mediums “Internet” gerät die Nennung des Urhebers immer mehr in den Hintergrund. Regelmäßig tauchen in Fernseh- und Zeitungsberichten Angaben wie “Quelle: YouTube” auf.
Liebe Produzenten und Redakteure: YouTube (und das ist nur ein Beispiel!) ist ein Portal, ein Medium, aber keinesfalls ein Urheber! Die dort (und anderswo) zu findenden Inhalte sind von MENSCHEN (oder Firmen) produziert. Menschen, die die Anerkennung und auch die Werbung für Ihre Arbeit verdienen! Das gilt auch für “Amateure” und nicht nur für Moderatoren und Star-Designer.
Und Urheber, Erschaffer, Filmer, Knipser, Photographen, Schreiber…. fordert die Nennung ein. Ihr müßt Euch nicht verstecken. Ihr habt es verdient! Und ihr habt auch ein Recht darauf.

Das hat auch etwas mit Respekt zu tun.

Think about it.

Urheber bei der Arbeit.

Urheber bei der Arbeit.

Über 

Professioneller Fashion- & Beauty-Fotograf mit und aus Leidenschaft.

Ebenfalls aus Herzblut: Dozent, Autor.

Wurde nicht mit einer Kamera geboren, sie ist inzwischen aber angewachsen.

Hat einen "(Blitz)Lichtfetisch". Umfangreiches Technik- & Fotowissen.
Kann trotzdem brauchbare Fotos machen.

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