What is? – Striplight

Nach der Erkärung der Parabolschirme soll es, ganz im Sinne des Blogtitel-Wortspiels, auch im zweiten „What is?“- Artikel um Lichtformer gehen.

Diesmal habe ich die Striplights als Thema ausgewählt.

Den offensichtlichen blöden Witz zum Namen habe ich schon in meinem Buch angebracht, den kann ich hier also nicht schon wieder machen. Lest ihn also dort nach und lest dann hier die ernsthafte Erklärung weiter.

Unter „Striplight“ versteht man heute (leider) durchaus unterschiedliche Dinge, auch unter Photographen.

Bild: Hensel.eu

Bild: Hensel.eu

„Echte“ Striplights sind längliche Blitzröhren, die von der Optik her großen Neonlampen ähneln.
Oft werden sie (optional) mit Klappen an der Seite angeboten, um den austretenden Lichtkegel noch verändern zu können.
Es gibt sie bei den meisten größeren Blitzherstellern im Angebot und in aller Regel sind sie als Blitzköpfe ausgeführt, die zum Betrieb an Generatoren angeschlossen werden müssen. Günstig zu bekommen sind sie, wie die in diesen Punkten verwandten Ringblitze, nicht.
Ihr Licht ist (logischerweise) länglich und eher hart. Weniger hart als ein „nackter“ üblicher Blitzkopf, aber eben auch nicht mit einer Softbox zu verwechseln.
Der gerade mit Klappen sehr gut justierbare Lichtkegel und die relative Härte des Lichts machen sie zum idealen Werkzeug für Effekt- und Streiflichter, die sehr genau gesetzt und gesteuert werden sollen. Das Licht schafft dadurch Plastizität.

Bild: Hensel.eu

Bild: Hensel.eu

Deutlich bekannter bei den meisten Photographen dürften die Namensvetter sein. Denn mit „Striplight“ sind sehr oft auch die „Stripsoftboxes“ gemeint.
Damit habe ich schon verraten, daß es sich dabei um eine Unterart der Softboxes handelt.
Ab wann genau eine Softbox eine Stripbox ist, ist etwas strittig. Während einige als Fausformel die Angabe „lange Seite 3 Mal so lang wie kurze“ verwenden, sehen andere schon beim Verhältnis 2:1 eine Stripbox (ich habe selbst 3 von der letzteren Sorte und 2 im Verhältnis 1:5). Es handelt sich also auch hier um eher längliche, schmale Lichtformer.
Das übliche Einsatzgebiet ist ähnlich dem der „echten“ Striplights, das Licht und dessen Wirkung aber natürlich eine andere.
Die weicheren Übergänge zwischen Licht und Schatten, die Softboxes eben charakterisieren machen die Stripboxes universeller einsetzbar (was im Sinne einer „speziellen“/sehr gezielten Lichtsetzung natürlich als Nachteil angesehen werden kann).
Wie von Softboxes gewohnt ist der Lichtkegel gut kontrollierbar, aber nicht völlig klar eingegrenzt und größer als mancher es vielleicht wünscht. Etwas Abhilfe in dieser Richtung schaffen zusätzliche Waben, sofern sie für die gewünschten Boxen denn erhältlich sind. Meiner Erfahrung nach verkleinern Stoffwaben den Leuchtwinkel in etwa um die Hälfte. Da es sich bei Stripsoftboxes „lediglich“ um Blitzvorsätze handelt, gibt es sie von zahlreichen Herstellern in unterschiedlichen Qualitäten und Größen. Mit den bei Softboxes inzwischen zum Standard avancierten wechselbaren Speedringen kann man sie auf die meisten gängigen Blitzsysteme adaptieren und muss so beim Wechsel des Systems (ausnahmsweise mal) nicht gleich den ganzen Lichtformer sondern lediglich den Speedring ersetzen.
Natürlich eignen sich Stripsoftboxes auch sehr gut als Hauptlicht, sind wegen des meist resultierenden größerne Beleuchtungskontrastes aber eher etwas für Fortgeschrittene (die haben dafür aber dann auch einen Heidenspaß daran 😉 ).

Welche Striplights habt Ihr im Einsatz / schon eingesetzt und wofür verwendet Ihr sie?

 

Striplight_Making-of

Striplight_Making-of

 


Über 

Professioneller Fashion- & Beauty-Fotograf mit und aus Leidenschaft.

Ebenfalls aus Herzblut: Dozent, Autor.

Wurde nicht mit einer Kamera geboren, sie ist inzwischen aber angewachsen.

Hat einen "(Blitz)Lichtfetisch". Umfangreiches Technik- & Fotowissen.
Kann trotzdem brauchbare Fotos machen.

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