Test: Canon EF 70-200 2,8 L IS USM – Handling / Handhabung

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Im letzten Artikel habe ich die Bildqualität des Canon EF 70-200 2,8 L IS USM (puhhh…) angesprochen und meinem Test unterzogen – möglich geworden durch die Internet-Vermietung für Fotoequipment LensAvenue.

Mindestens genauso wichtig wie die Bildqualität ist für mich jedoch das Handling und die Erfahrungen aus der Praxis.

Canon EF 70-200 2,8 L IS USM und Canon EF 70-200 4 L IS USM (Größenvergleich)Natürlich kann ich auch dazu meine Meinung nicht für mich behalten (Na gut, ich könnte schon, aber… ich will nicht!).

Thema: Gewicht. Das Ding ist echt schwer. S..schwer. Besonders fällt das natürlich auf im Vergleich zum ziemlich handlichen “kleinen Bruder”. Zusammen mit einer Canon 5D Mark II mit angesetztem Hochformatauslöser BG-E6 und 2 Batterien hat man schon eine wirklich stattliche Hantel. Mir war das ganze nicht neu, mit dem Nikon AF-S VR 70-200 mm 1:2,8 G IF-ED (DER Name ist sogar NOCH länger…) hatte ich vorher bereits ähnliche Erfahrungen gemacht. Rein subjektiv kam mir das Nikon sogar noch etwas schwerer und wertiger vor, aber da fehlt der 1:1-Vergleich.Die mitgelieferte Objektivschelle der 2,8er Objektive erhöht die Last noch zusätzlich, fällt bei diesem Brocken aber kaum noch ins Gewicht (wie passend, das Wortspiel…).

Weil wir gerade beim Thema: Objektivschelle sind… Beim großen Canon ist sie mitgeliefert. Sehr erfreulich vor allem für jene, die viel mit dem Stativ arbeiten und da auch noch oft Hochformataufnahmen benötigen. Ein Lösen der Schelle, ein Dreh am Ring, Festziehen der Schelle (oder auch nicht), und schon ist man im richtigen Programm…pardon…Format. Kein Verstellen des Stativkopfes nötig, und keine lästigen Bauteile unter der Kamera, die den Griff im Hochformat behindern (wie ich sowas hasse!).
Dann kommen wir aber auch gleich zum negativen Teil der Sache:
1. Die Schelle erhöht das Gewicht. Na ja, das macht nicht viel, damit kann ich leben.
2. Die Schelle ist von einer älteren Bauart und lässt sich nur abnehmen, wenn keine Kamera hinten am Objektiv hängt. Das geht besser (auch bei Canon) und ist unschön. Aber kein Weltuntergang.
3. Die Schelle behindert bei der Bedienung (zumindest mich). Das ist ein Problem, was mit der Bauart der Schellen direkt zusammenhängt, und das mir auch schon am Nikon aufgefallen war. Möchte ich das Objektiv von unten mit der linken Hand stützen (was bei diesem Objektiv praktisch unumgänglich ist) und gleichzeitig an den Zoomring kommen können, ist ir die Schelle im Weg. Drehe ich sie zur Seite, habe ich das gleiche Problem im Hochformat oder kaum noch Platz am Handgriff. Bleibt also nur, sie nach oben zu drehen (sieht schon sehr komisch aus) oder schlicht, sie abzumachen.

Canon EF 70-200 2,8 L IS USM und Canon EF 70-200 4 L IS USM inkl. GeLisThema: Größe. Natürlich ist das 2,8er Objektiv größer als das 4er. Wenn man ein ohnehin ausladendes Teleobjektiv an der großen Kamera hat, finde ich es allerdings sekundär, WIE groß das nun ist. Klar, für manch einen ist die Größe auch wichtig 😉 aber für mich macht das keinen wesentlichen Unterschied.

Fazit Handhabung / Praxisnutzen: Klar ist: Wer die Brennweite mit der Blende 2,8 braucht, muss sich um die Bildqualität ebenso wenig große Gedanken machen wie um das Gewicht des Canon EF 70-200 2,8 L IS USM. Es gibt schlicht keine Alternative vom Hersteller.
Benötigt man die kleine Blendenzahl nicht, oder ist sich unschlüssig, sieht es etwas anders aus. Für mich steht definitv fest, dass mein 70-200 4 die bessere Wahl war. Vor allem beim geringen Gewicht ist das “kleine” schlichtweg überzeugend. Einen so gewaltigen Brocken wie das 2,8er möchte ich nicht ständig mit mir herumtragen und vor allem nicht ständig während stundenlanger Shootings halten müssen. Nicht, wenn es eine für mich ausreichende Alternative gibt, die in der Bildqualität sogar überlegen ist.

Über 

Professioneller Fashion- & Beauty-Fotograf mit und aus Leidenschaft.

Ebenfalls aus Herzblut: Dozent, Autor.

Wurde nicht mit einer Kamera geboren, sie ist inzwischen aber angewachsen.

Hat einen "(Blitz)Lichtfetisch". Umfangreiches Technik- & Fotowissen.
Kann trotzdem brauchbare Fotos machen.

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